01.07.2025
mainzedZWEI25: DATENLESE – Was wir über Daten wissen und sie über uns
Am 24. Juni 2025 fand in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur die Transfer-Veranstaltung mainzedZWEI25 statt. Von 16 bis 22 Uhr kamen Interessierte aus Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammen, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Daran beteiligten sich auch Studierende des hochschulübergreifenden Masterstudiengangs Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften. Organisiert wurde die Veranstaltung vom mainzed – Mainzer Zentrum für Digitalität in den Geistes- und Kulturwissenschaften.
Den Auftakt bildete ein zweistündiger Hackathon, der die Grundlage für die digitale Vernetzung von Personen und Projekten an den mainzed-Einrichtungen in Wikidata legte. Die zugehörige Graphansicht und die standardisierte Erfassung aller relevanten Informationen in Wikidata realisierte Timo Homburg vom i3mainz. Ziel des Projektes, welches nun stetig weiterentwickelt werden soll, ist ein umfassendes Netzwerk aller digital-geisteswissenschaftlichen und digital-kulturwissenschaftlichen Projekte der an mainzed beteiligten Institutionen.
Anschließend eröffnete Kai-Christian Bruhn den inhaltlichen Teil zur Datenlese, die Impulsvorträge moderierte Agnes Thomas.
Cinderella Petz vom DH Lab des IEG - Leibniz Institut für Europäische Geschichte Mainz gewährte mit ihrem Beitrag Autokratisierung und computergestützte Analyse politischer Verfolgungspraxis einem Einblick in die Konstruktion politischer Kriminalität vor Gericht im Dollfuß-/Schuschnigg-Regime (1933–1938). Ihr Projekt befasst sich mit der Transformation von Demokratie zu Autokratie. Dabei werden verschiedene computergestützte Methoden eingesetzt, um Gerichtsakten zu digitalisieren, in ein maschinenlesbares Format umzuwandeln und im Sinne der Computational History (semi-)automatisiert auszuwerten.
Carmen Wintergerst und Julia Wießmann vom Institut für Politische Wissenschaft der Universität Heidelberg beleuchteten unter dem Titel Digitaler Autoritarismus: Formen von Repression und Desinformation im digitalen Raum weltweit aktuelle politische Entwicklungen und gaben einen beeindruckenden Überblick zu Formen der Überwachung und zur Einschränkung der Meinungsfreiheit im digitalen Raum.
FranzT vom Chaos Computer Club Wiesbaden beendete die Veranstaltung mit dem Vortrag Wer hat uns verraten? Metadaten. Darin zeigte er am Beispiel von Mobiltelefonen, wie aufgrund weltweit weitgehend einheitlicher technischer Standards Bewegungsdaten in großem Umfang erfasst werden können.
Der Abend klang mit Getränken und Essen und angeregten Gesprächen zum Gehörten aus, an denen sich gerade die Gäste, die nicht aus dem wissenschaftlichen Bereich kamen, sichtbar beteiligten. Mehrere Anfragen, am mainzed in geeigneter Weise mitwirken zu können, entwickelten sich aus diesen Gesprächen. Auch der Austausch zur Arbeit in der Digitalen Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften unter den mainzed-Mitgliedern vertiefte sich weiter.
Die Veranstaltung gab einen Vorgeschmack auf die Aktivitäten im Jubiläumsjahr: mainzed wird am 6. November 2025 zehn Jahre alt. Unser Dank gilt der Akademie der Wissenschaften und der Literatur für ihre Unterstützung. Die Reihe mainzedZWEIXX findet seit 2017 fast jährlich statt.