23.09.2024

i3mainz auf EALD 2024 in Krakau

Die Teilnehmenden an der EALD 2024 in Krakau Józef Hernik, CC BY SA 4.0
Mit zwei Vorträgen war das i3mainz auf dem diesjährigen EALD-Symposium in Krakau vertreten. Kevin Kaminski sprach über das Projekt SpaGAT und Markus Schaffert stellte ein Paper zum Thema „Give-Away-Praktiken" vor.

Markus Schaffert und Kevin Kaminski nahmen an der EALD European Land Use Academy teil, welche vom 5. bis 7. September Academy in Krakau (Polen) stattfand. In diesem Jahr stand sie unter dem Motto Innovative Approaches to Sustainable Spatial Development.

Kevin Kaminski sprach in seinem Vortrag über die Frage, wie bei kommunalen Straßenaufbruchprojekten vorliegende Daten im Sinnen einer nachhaltigen Risikominderung wirksam verknüpft und anonymisiert werden können. Im Rahmen des Projekts SpaGAT - Spatiotemporale und Geodaten-bezogene Anwendungen in Treuhandmodellen der öffentlichen Verwaltung wird in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Otterberg-Otterbach (Kaiserslautern) eine semantische knowledge graph-Datenbank entwickelt. Der Ansatz besteht darin, Kataster mit möglichen Risikofaktoren und Hindernissen anzureichern, die durch Bauarbeiten in dem jeweiligen Gebiet entstehen können, sowie personenbezogene Informationen automatische zu anonymisieren. Ziel ist es, mögliche Auffälligkeiten und Risiken nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig ländliche Gemeinden bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes zu unterstützen.

Markus Schaffert stellte ein Projekt vor, welches er gemeinsam Cemre Sahinkaya und Uwe Altrock von der Universität Kassel durchführt. Dabei geht es um die „Give-away-Kultur“, bei der Anwohner überschüssige oder unbenutzte Gegenstände in der Nähe von Wohngebäuden, oft in freistehenden Kartons oder Schachteln ohne Deckel, diskret zur freien Entnahme durch Passanten hinterlassen.

Um ein umfassendes Verständnis zu erlangen, kamen mehrere Methoden und Daten in einem Triangulationsansatz zur Verwendung. Analysiert wurden die Give-Away-Praktiken in der Dresdner Neustadt mit Hilfe von Geodatenanalysen und halbstrukturierten Interviews. Anschließend wurden Langzeitbeobachtungen im Berliner Stadtteil Neukölln durchgeführt, um die Praktiken des Verschenkens und die unterschiedlichen Beweggründe dafür zu untersuchen. Schließlich wurden Interviews mit Anwohnern in der Mainzer Neustadt geführt, um deren Vertrautheit mit und Einstellungen zu “Give-Away-Praktiken” zu ermitteln. Der Redebeitrag gibt daher einen Überblick über die durchgeführten Untersuchungen und die gewonnenen Erkenntnisse.